Am Freitag, den 1.02.2008 sollte mein großer Tag sein. Nach einem halben Jahr Chemotherapie stand eine komplette Untersuchung der Organe, Blut- und Hormonwerte an. Wir sollten um 7:45 Uhr in der Klinik sein. Da wir mitten in der Nacht hätten aufstehen müssen, sind Mama und Papa mit mir schon am Donnerstag nach Lübeck gefahren und wir konnten dann im Ronald Mc Donald Haus übernachten. Am nächsten Morgen durfte ich kein Frühstück zu mir nehmen, da ich später noch eine Narkose bekommen sollte. Gegen 8:00 Uhr ging Papa mit mir zur Audiountersuchung und Mama ging zur Anmeldung. Die Audiountersuchung verlief wie immer. Ständig wurden mir komische Geräusche ins Ohr geschickt und der Computer hat später ein Haufen Papier ausgespuckt. Nach der Audiountersuchung kam Mama ganz aufgeregt an, da wir schon längst in der Notaufnahme sein sollten, weil bei mir ein Zugang für die MRT Untersuchung gelegt werden sollte. Schade, dass uns dies niemand vorher gesagt hatte. Nun entstand ein bisschen Hektik und Stress. In der Notaufnahme angekommen, wollte mir auch noch eine mir ganz unbekannte Ärztin einen Zugang legen und Blut abnehmen. Warum nicht Dr. Vieth? Den kenne ich wenigstens und er kann auch mit Kathetern umgehen. Papa fragte die Ärztin, warum sie das Blut nicht aus dem Katheter nimmt. Darauf antwortete sie nur, wenn sie das wollen, dann mache ich das. Leider hatte sie vom Katheter keine Ahnung und hat daraus keinen Tropfen Blut bekommen. Nun musste ich doch gepiekst werden. Mama und Papa haben mich dann mit der Ärztin alleine gelassen und nach dem Zugang legen haben sie mich dann gerettet. Nach dieser tollen Aktion ging es direkt zur MRT Untersuchung. Dr. Vieth spritze mir einen leckeren Saft und schaffte es damit, dass ich verdammt müde wurde und ohne Gegenwehr konnte er mich in die Röhre legen. Eine Stunde später erwachte ich dann, als Mama und Papa über mir gebeugt waren und mich anziehen wollten. Dann sind wir wieder auf die onkologische Station gegangen. Mama und Papa mussten mich dort auf dem Flur hin- und hertragen. Niemand hat uns ein Bett, bzw. ein Zimmer angeboten, obwohl die Narkose immer noch nicht komplett aus meinem Körper entwichen war. Wir kamen uns wie in einer Bahnhofshalle vor. Schwestern, Ärzte und andere komische Menschen rasten an uns vorbei und haben uns einfach ignoriert. Nach ca. 40 Minuten wollte Papa den Schwestern mitteilen, dass wir jetzt ins Ronnyhaus gehen und wenn es weiter geht, dann können sie sich ja melden. Da hies es plötzlich, dass wir zur Sonographie gehen können. Die Sonographie dauerte ca. 20 Minuten. Lustig fand ich das ganze Glibberzeug überhaupt nicht. Außer ein paarmal aufzujammern, blieb mir nichts anderes übrig als still liegen zu bleiben. Der Doktor war auch sehr komisch. Obwohl Mama ihn viermal aufgefordert hatte, zu kommentieren was er macht, kamen nur fünf Wörter aus dem Mann heraus. Anschließend sind wir wieder auf die onkologische Station gegangen und das Warten und auf dem Flur und das Rumstehen ging wieder von vorne los. Wenn Papa Dr. Vieth nicht angesprochen hätte, was jetzt noch anstehen würde, dann würden wir immer noch auf dem Flur stehen. Dr. Vieth hat dann bei mir noch den Zugang gezogen und wir konnten dann wieder zurück in den FSW düsen. So eine schlechte Orgnaisation gab es in dem ganzen letzten halben Jahr nicht. Keine Ahnung was mit denen passiert ist. Mama und Papa reden manchmal von Stress und Hektik, aber das alleine kann es nicht sein, oder? Vielleicht verstehe ich das in ein paar Jahren. Jetzt heißt es 2 Wochen warten, bis die Ergebnisse endlich vorliegen. Das ist eine ganz schön lange Zeit. Mal schauen, was ich bis dahin alles anstellen kann.